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SELBSTHILFEGRUPPE VÖCKLABRUCK
Im LKH
Vöcklabruck werden Diabetesschulungen angeboten:
| Schulung: |
Anmeldung und Auskunft
Di/Mi/Fr 8-9 Uhr - Tel:
07672/700-5532, Frau Sr. Hildegard |
| Beratung: |
Diabetesschwester nach telefonischer
Anmeldung
Di/Mi/Fr 8-9 Uhr
Tel: 07672/700-5532, Frau Sr. Hildegard
Ort: Krankenpflegerschule, 1. Stock |
| Ambulanz: |
Di und Mi vormittags nur unter
telefonischer Voranmeldung
Tel: 07672/700-6216, Frau Sr.
Hildegard
Ort: Med.-Ambulanz, 2. Stock |
Diabetes – Was kann man dagegen
tun ?
Landesrat
Prim. Dr. Aichinger:
Diabetes nimmt weltweit zu, die Weltgesundheitsorganisation spricht von einer
Diabetesepidemie, was sind die Ursachen ?
Prim. Dr. Ecker:
Es stimmt,
Krankheiten wie Diabetes nehmen rasant zu. Verantwortlich dafür ist unser
Lebensstil mit zu wenig Bewegung und falschen Ernährungsgewohnheiten. Die
Folgen: Körpergewicht, Blutfette, Blutdruck, Blutzucker - alles liegt zu hoch.
Betrifft Diabetes alle Altersgruppen gleich ?
Die häufigste Form
der Zuckerkrankheit, der Typ-2 Diabetes, ist im allgemeinen eine Erkrankung der
Erwachsenen, früher haben wir dazu auch Alterszucker gesagt. Diese Bezeichnung
ist heute nicht mehr gerechtfertigt, weil in den letzten Jahren immer öfter auch
jüngere Erwachsene betroffen sind. Dieser Typ-2 Diabetes ist keineswegs harmlos,
Menschen mit Diabetes tragen ein doppeltes bis vierfaches Risiko für Herzinfarkt
und Schlaganfall, sie müssen doppelt so oft ins Krankenhaus wie
Nicht-Diabetiker.
Wer sollte sich auf Zucker untersuchen lassen ?
Ab einem Alter von 45 Jahren sollte jeder einmal seinen Blutzucker
testen lassen. Jüngere vor allem dann, wenn sie übergewichtig sind, an hohem
Blutdruck oder hohen Blutfetten leiden und wenn in der Familie schon jemand an
Diabetes erkrankt ist.
Kann man selbst etwas tun um die Erkrankung zu verhindern ?
Wer zwar Diabetes - gefährdet, aber noch nicht erkrankt ist, kann mit
Sport und etwas Gewichtsabnahme das Erkrankungsrisiko halbieren. Nun ist es
nicht jedermanns Sache, täglich zu laufen. Menschen, die allzu schweißtreibende
Betätigungen ablehnen, sollen zumindest regelmäßig gehen. Drei mal in der Woche
eine Stunde kann da schon sehr helfen.
Da der Typ-2 Diabetes oft nur milde Symptome macht, haben viele Diabetes
ohne es zu wissen. Was führt auf die Spur eines Diabetes ?
Diabetes kann tatsächlich oft für Jahre unerkannt bleiben.
Hinweiszeichen sind oft gar nicht so sehr die typischen Symptome wie vermehrter
Durst und viel Harn, sondern ganz allgemein Abgeschlagenheit, Müdigkeit oder
eine Verkühlung, von der sich jemand lange nicht erholt. Steht der Verdacht erst
einmal fest, dann ist der Nachweis kein Problem mehr. Mit einer einfachen
Messung kann erhöhter Blutzucker festgestellt werden.
Wenn
Diabetes festgestellt ist, wie sieht die Behandlung aus?
Gewichtsabnahme und
Bewegung sind wichtige Säulen der Behandlung, in vielen Fällen sind Medikamente
und Insulin notwendig. Die Betroffenen müssen lernen, mit ihrer Erkrankung zu
leben und den Alltag zu gestalten. Zunächst geht es darum, den Diabetes ernst zu
nehmen, die richtigen Ziele zu haben, mit dem Arzt gemeinsam diese Ziele zu
verwirklichen. Das erfordert ein großes Angebot an Information.
Wie kommen Betroffene zu dieser Information und Beratung?
Der Zuckerkranke soll Experte in eigener Sache werden. In zahlreichen
Krankenhäusern und auch bei niedergelassenen Ärzten finden regelmäßig Schulungen
für Diabetiker statt, die auf Medikamente oder Insulin eingestellt werden.
Außerdem kann man sich in Oberösterreich an die Selbsthilfegruppen für
Diabetiker wenden.
Und wenn jemand beginnen muss Insulin zu spritzen ?
Auch hier hilft praktische Übung die Hemmschwelle zu überwinden. Unter
fachgerechter Anleitung lernt der Anfänger, welche Dosis er einstellen und in
welchen Zeitabständen er spritzen muss. Was die Insulinbehandlung betrifft gibt
es mehrere Möglichkeiten. Bei der herkömmlichen, konventionellen Behandlung mit
einer oder zwei Insulinspritzen am Tag richtet sich der ganze Tagesablauf nach
der Insulinwirkung. Viele Diabetiker entscheiden sich deshalb heute für eine
flexible Insulinbehandlung und spritzen Insulin direkt zur Mahlzeit. So können
sie Zeitpunkt und Größe der Mahlzeit frei bestimmen.
Die richtige Ernährung spielt eine große Rolle bei der Behandlung. Was
versteht man unter Diabetesdiät?
Da hat sich in den letzten Jahren viel geändert. Früher war es die
strenge Einschränkung bei den Kohlenhydraten, also bei Brot, Erdäpfeln, Nudeln,
Reis usw., was dort eingespart wurde, ist durch Wurst, Fleisch, Käse oder Butter
wieder nachgeholt worden. Heute geht man daran die Fettzufuhr zu vermindern. Je
älter der Diabetiker, umso weniger aggressiv wird man diese Ernährungsumstellung
fordern. Essen muss auch Freude machen, es nützt nichts, wenn es nicht schmeckt.
Im Prinzip kann ich als Diabetiker alles essen, ich muss es nur richtig
einteilen.
Wie ist das mit Kuchen und Süßspeisen. Dürfen Diabetiker heute auch
Zuckerhaltiges essen?
Diabetiker müssen auf Kuchen und andere Backwaren nicht verzichten. Das
Zuckerverbot für Diabetiker ist überholt. Inzwischen ist belegt, dass
Haushaltszucker, wie wir ihn in der Küche verwenden, den Blutzucker nicht so
rasch ansteigen lässt wie allgemein angenommen, sondern ähnlich oder sogar
langsamer als nach dem Genuss von Lebensmitteln wie Weißbrot oder
Kartoffelpüree. Der Blutzuckeranstieg durch zuckerhaltige Lebensmittel
vermindert
sich noch, wenn gleichzeitig Ballaststoffe, Eiweiß und Fett in den Lebensmitteln
vorkommen. Die moderate Aufnahme von Haushaltszucker ist also für Diabetiker
möglich.
Und wie ist das mit
süßen Getränken?
Um den
Blutzuckerspiegel nicht übermäßig zu belasten, sollten Diabetiker auf
zuckergesüßte Limonaden und Colagetränke besser verzichten und ungezuckerte
Getränke oder solche mit Süßstoff bevorzugen, auch sogenannte Light-Getränke
sind möglich.
Gibt es neue
Entwicklungen bei der Versorgung der Diabetiker?
Neu in Oberösterreich
ist ein Behandlungsprogramm mit dem eine umfassende Betreuung auf hohem
medizinischen Niveau gesichert wird. Der Hausarzt übernimmt die Rolle des
Koordinators, stellt mit dem Diabetiker gemeinsam den weiteren Verlauf der
Behandlung zusammen und vereinbart mit dem Patienten individuelle
Behandlungsziele. Der Betroffene erhält einen Diabetespass, in dem alle
wichtigen Daten der Behandlung eingetragen werden. Bei all dem arbeitet der
Hausarzt eng mit Fachärzten, Krankenhäusern und Therapeuten zusammen und nutzt
so alle Möglichkeiten für die optimale Betreuung.
Worauf kommt es
besonders an, auf welche Ziele soll bei der Behandlung geachtet werden?
Es sind leider
nicht nur die hohen Zuckerwerte, die den Typ-2 Diabetiker gefährden, bei vielen
kommt noch hoher Blutdruck und ein Anstieg der Blutfette hinzu. Wir wollen das
Risiko insgesamt vermindern, das bedeutet den Blutzucker senken, Bluthochdruck
behandeln, Blutfette reduzieren und nicht rauchen.
Prim. Dr. Ecker ist Leiter
der Internen Abteilung am Landeskrankenhaus Gmunden
Quelle: Senioren
Zeitung Ausgabe Juli/August 2002
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