Dachverband der Oberösterreichischen Diabetikervereinigungen


 

Unsere Rieder Selbsthilfegruppe möchte allen „Diabetikerkollegen“ wieder einige Kurzinformationen über interessante Vorträge in Ried zukommen lassen.

Schön langsam arbeiten wir in diesem Jahr unseren ganzen Körper durch, nachdem wir nach unserem „Zahnarztvortrag“, im Jänner, den Herr Dr. Günter Gottfried, Bezirksvertreter unserer Rieder Zahnärzte , hielt, fast wie perfekte Zahnärzte unser Vereinstreffen verließen. Jetzt kennen wir uns bei den verschiedenen Materialien für Plombenfüllungen aus, wissen, dass gerade für Diabetiker die so genannte „Mundprophylaxe“ wichtig ist, bei der die Zahnzwischenräume gut gereinigt werden, der Zahnstein entfernt wird und eventuelle Zahnfleischentzündungen vorzeitig entdeckt und verhindert werden können. Auch lernten wir, dass selbst die beste Zahnpasta- und bürste nichts nützt, wenn die Putztechnik nicht stimmt.

Im Februar hatten wir die Hautärztin, Frau Dr. Brigitta Charwat-Pessler aus Grieskirchen zu Gast, die uns über die Wichtigkeit der Hautpflege informierte. Des Öfteren treten bei Diabetikern Pilzerkrankungen auf, vom Nagelpilz bis zu den Hautzwischenräumen, die mit Tabletten oder Salben behandelt werden sollten. Dass der „offen Fuß“ keine Hauterkrankung sondern eine Gefäßerkrankung ist, wissen wir gut Geschulten ohnedies!

Am 5.März informierte uns Herr Polaczek von der Firma Abbott-Medisense über das neue fast schmerzfreie Messgerät. Anschließend erläuterte Frau OA. Dr. G. Lobmaier die Wichtigkeit der Blutzucker – Selbstkontrolle im Diabetikeralltag, ohne die eine halbwegs gute BZ – Einstellung heute nicht mehr wegzudenken wäre.

Im April war das Thema speziell für Typ II zugeschnitten, die speziell unter den kurzfristig oft hohen BZ Werten nach den Mahlzeiten zu leiden haben. Diesen Werten schenkt die Diabetes Forschung jetzt endlich mehr Augenmerk und arbeitet an der Entwicklung kurz wirksamer Insuline und Tabletten für Typ II.

Speziell beim so genannten metabolischen Syndrom (erhöhte Triglyzeride, erhöhtes Cholesterin, erhöhter HbA1c) steigt das Risiko, an den gefürchteten diabetischen Spätschäden zu erkranken, beträchtlich.

Nun dürfen auch Typ II – Diabetiker das so genannte Basis–Bolus-Prinzip beim Insulinspritzen anwenden. Manchmal genügt Mahlzeitenbezogenes  kurzwirksames Insulin zu den Mahlzeiten, oft braucht man aber auch die Basis, wenn bei verschiednen Tagestests (Obst-Gemüse-Tag) der BZ auf ca. 190 ansteigt.

Die Vorteile sind auch beim Typ II – Diabetiker beträchtlich, im Gegensatz zu Mischinsulin: 

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weniger Probleme mit Hypos

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keine notwendigen Zwischenmahlzeiten

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kein Hungergefühl aus der Insulinsubstitution erleichtert das Halten des Körpergewichts.

Auch ein neues Mischinsulin ist am Aufbau. Es heißt Novo-Mix 30.

Im Mai frischte Frau DDA u. EMB Maria Mair unser verblasstes Wissen über vernünftige Ernährung wieder auf. Das Thema lautete:

Wie wirken Nahrungsmittel auf den BZ?

Bei einem Streifzug von der Entstehung des Diabetes, über die Bestandteile unseres Essens zur BE – Berechnung erhielten wir neben einem Test zur Wissensüberprüfung auch übersichtliche Tipps zur alltäglichen gesunden Ernährung. Zusammenfassend sei bemerkt:   FETT MACHT FETT

Der Ernährungskreis unserer Nahrungsmittel sollte nach folgender Größenordnung gereiht sein:

1.          Getreide, Getreideprodukte und Kartoffeln

2.          Gemüse und Hülsenfrüchte

3.          Obst

4.          Getränke

5.          Milch und Milchprodukte

6.          Fisch, Fleisch und Eier

7.          Fette und Öle

Der Bedarf an Grundnährstoffen sollte betragen:

!        55% Kohlenhydrate

!        30% Fett

!        15% Eiweiß

Die 10 Regeln der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung)

1.         Vielseitig – aber nicht zuviel

2.         Weniger Fett und fettreiche Lebensmittel

3.         Würzig, aber nicht salzig

4.         Wenig Süßes

5.         Viele Vollkornprodukte

6.         Reichlich Gemüse, Kartoffeln und Obst

7.         Wenig tierisches Eiweiß

8.         Trinken mit Verstand

9.         Öfters kleinere Mahlzeiten

10.       Schmackhaft und schonend zubereiten

Wie schnell gehen unsere Lebensmittel ins Blut?

Lebensmittelgruppe

Resorptionsgeschwindigkeit

Zuckerhältige Getränke, „isolierter“

Zucker, Süßigkeiten (ohne Fett)

Schießen ins Blut

Weißmehlprodukte und Obst

Strömen ins Blut

Vollkorngetreideprodukte

und Kartoffeln

Fließen ins Blut

Laktose aus Milch

und Milchprodukten

Tropfen ins Blut

Hülsenfrüchte,

Kohlenhydrate aus Gemüse

Sickern ins Blut

 

Die 5 Finger Regel

Merkregel für den Hausgebrauch

Daumen              =        Gemüse und Kartoffeln

Zeigefinger         =        Vollkornprodukte

Mittelfinger          =       Obst

Ringfinger           =        Milch und Milchprodukte

Kleiner Finger     =       Rohkost und Salate

 

 

Bei jeder Mahlzeit sollten zwei wenn nicht drei Finger beteiligt sein

Mahlzeit!

 Birgit Spindler